Doç. Dr. Tahsin Oğuz AcartürkPlastische, Rekonstruktive & Ästhetische Chirurgie

Rekonstruktive Mikrochirurgie

Kopf-Hals- und Kieferrekonstruktion

Nach der Entfernung eines Tumors im Kopf-Hals-Bereich geht es nicht allein darum, ein Loch zu verschließen. Kauen, Schlucken, Sprechen und das eigene Gesicht im Spiegel wiederzuerlangen — das ist der eigentliche Maßstab. Die mikrochirurgische Rekonstruktion mit freien Lappen macht dieses Ziel erreichbar.

Verfasst und medizinisch geprüft von: Doç. Dr. Tahsin Oğuz Acartürk — Plastische, Rekonstruktive & Ästhetische Chirurgie; University of Pittsburgh. Zuletzt aktualisiert:

Erfahrung300+ mikrochirurgische Fälle
Lappenerfolgsrate97% — Weltdurchschnitt 95%
Ehemalige PositionDirektor für Kopf-Hals-Rekonstruktion, Univ. of Pittsburgh
ZeitpunktBevorzugt in derselben Sitzung wie die Tumorentfernung
Umfang

Wann wird eine Rekonstruktion benötigt?

Tumoroperationen im Kopf-Hals-Bereich hinterlassen häufig ausgedehnte Gewebedefekte. Wird der entstandene Bereich nicht rekonstruiert, sind Kauen, Schlucken und Sprechen dauerhaft beeinträchtigt und das Gesicht verformt sich.

  • Unterkieferdefekte: nach Entfernung eines Tumors am Unterkiefer
  • Oberkiefer- und Gaumendefekte: Verbindungen zwischen Mund- und Nasenhöhle
  • Zungen- und Mundbodendefekte: Beeinträchtigung von Sprechen und Schlucken
  • Gesichtsweichteildefekte: Wange, Lippe, Hals
  • Strahlenschäden: Osteoradionekrose und nicht heilende Wunden

Die Rekonstruktion in derselben Sitzung wie die Tumorentfernung liefert die besten Ergebnisse. Das Gewebe ist noch nicht vernarbt, die Gefäßverhältnisse sind günstiger und der Patient durchläuft nur eine Operation.

Verfahren

Freie Lappen und ihre Auswahl

Ein freier Lappen ist Gewebe, das mitsamt seinen Blutgefäßen aus einer Körperregion entnommen und in einer anderen unter dem Mikroskop an die dortigen Gefäße angeschlossen wird. Die Auswahl richtet sich danach, welches Gewebe fehlt.

LappenEntnahmestelleAnwendung
FibulaWadenbeinUnterkieferrekonstruktion — Knochen mit Implantatmöglichkeit
RadialisUnterarmZunge, Mundboden, dünne Weichteildefekte
ALTOberschenkelvorderseiteAusgedehnte Weichteil- und Volumendefekte
SkapulaSchulterblattKombinierte Knochen-Weichteil-Defekte

Warum die Fibula?

Das Wadenbein liefert einen langen, geraden Knochen, der sich in die Form des Kiefers modellieren lässt und stabil genug ist, um später Zahnimplantate zu tragen. Die Entnahme beeinträchtigt das Gehen nicht, da das Wadenbein am Körpergewicht nur geringen Anteil hat.

Ablauf

Vorbereitung, Operation und Heilung

  • SCHRITT 1 — GEMEINSAME PLANUNGDer Umfang der Tumorentfernung wird mit dem HNO- oder MKG-Chirurgen gemeinsam festgelegt und die Rekonstruktion darauf abgestimmt.
  • SCHRITT 2 — BILDGEBUNGComputertomographie, Gefäßdarstellung des Entnahmebeins und Beurteilung des Zahnstatus.
  • SCHRITT 3 — OPERATIONTumorentfernung und Rekonstruktion in derselben Sitzung; je nach Umfang 8–14 Stunden.
  • SCHRITT 4 — ERSTE WOCHEEngmaschige Lappenüberwachung auf der Intensiv- oder Überwachungsstation. Die kritische Phase für die Durchblutung sind die ersten 72 Stunden.
  • SCHRITT 5 — REHABILITATIONSchluck- und Sprechtherapie. Die Ernährungssonde wird schrittweise entfernt.
  • SCHRITT 6 — ZAHNVERSORGUNGNach Einheilung des Knochens, in der Regel nach 4–6 Monaten, können Zahnimplantate geplant werden.

Ist eine Bestrahlung vorgesehen, wird sie üblicherweise 4–6 Wochen nach der Operation begonnen. Der Zeitplan wird gemeinsam mit der Strahlentherapie festgelegt; eine abgeschlossene Wundheilung ist Voraussetzung.

FAQ

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Operation?

Je nach Umfang 8–14 Stunden. Tumorentfernung und Rekonstruktion erfolgen in derselben Sitzung, sodass der Patient nur einmal operiert wird.

Kann ich nach der Kieferrekonstruktion Zähne bekommen?

Ja. Der Fibulaknochen ist stabil genug für Zahnimplantate. Nach Einheilung des Knochens, meist nach 4–6 Monaten, wird die Implantatplanung begonnen.

Beeinträchtigt die Entnahme des Wadenbeins das Gehen?

Nein. Das Wadenbein trägt nur wenig zum Körpergewicht bei; das Schienbein übernimmt die Last. In den ersten Wochen wird mit Gehhilfen mobilisiert, danach kehrt das Gehen zur Norm zurück.

Kann ich nach der Bestrahlung noch rekonstruiert werden?

Ja, bestrahltes Gewebe erschwert die Operation jedoch: Die Gefäße sind geschädigt und die Heilung verläuft langsamer. In solchen Fällen ist eine Rekonstruktion mit gut durchblutetem Gewebe von außerhalb des Bestrahlungsfeldes besonders wichtig.

Wie hoch ist das Risiko, dass der Lappen verloren geht?

Die Erfolgsrate freier Lappen liegt weltweit bei etwa 95%. In der Serie von Doz. Dr. Acartürk beträgt sie 97%. Bei einem Durchblutungsproblem entscheidet ein rechtzeitiger zweiter Eingriff in den ersten Stunden häufig über die Rettung des Lappens.

Kann ich wieder normal sprechen und essen?

Das hängt vom Umfang des entfernten Gewebes ab. Die meisten Patienten kehren nach Rekonstruktion und Rehabilitation zu einer normalen Ernährung zurück; das Sprechen bessert sich über Monate. Realistische Erwartungen werden vorab gemeinsam besprochen.

Ihr Chirurg

Doç. Dr. Tahsin Oğuz Acartürk

Plastische, Rekonstruktive & Ästhetische Chirurgie · Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie · University of Pittsburgh

Doç. Dr. Tahsin Oğuz Acartürk

Erfahrung in diesem Bereich: Doz. Dr. Acartürk war Direktor der Abteilung für Kopf-Hals-Rekonstruktion an der University of Pittsburgh. Er führte über 300 mikrochirurgische Eingriffe durch und senkte die Lappenverlustrate auf 3% — gegenüber 5% im weltweiten Mittel. Seine Zusatzqualifikation in Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ermöglicht es, Kieferrekonstruktion und Zahnversorgung gemeinsam zu planen.

  • Ehem. Direktor für Kopf-Hals-Rekonstruktion, University of Pittsburgh
  • 300+ mikrochirurgische Eingriffe · 97% Lappenerfolgsrate
  • Zusatzqualifikation Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
Vollständiger Lebenslauf

Beurteilung zur Kopf-Hals-Rekonstruktion

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